Wind

Unsichtbare Kraft

Den Deutschen sagt man eine Schwäche für Frischluft nach - und nie hatten sie die Nase so im Wind wie heute. Berichte aus einem Land, das eine neue Energiequelle für sich entdeckt hat. Eine, aus der jeder Kraft schöpfen kann.

Infografik

Die Stärken des Windes

Wissen

Kraftvoll und unerschöpflich.
Wind ist der Star der Energiewende

Jahrhundertelang war Wind unsere bedeutendste Antriebskraft. Doch mit der industriellen Revolution geriet sein enormes Energiepotenzial in Vergessenheit. Jetzt ist er zurück: als wichtigster Stützpfeiler des deutschen Atomausstiegs.

Windenergie galt lange als grüne, typisch deutsche Spinnerei. Doch spätestens nach Fukushima-Katastrophe und Atomausstieg bewegt sich Deutschland Gigawatt für Gigawatt Richtung Windstromland: In zehn Jahren wird voraussichtlich der letzte deutsche Meiler vom Netz gehen. Dann sollen nach Vorstellungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr als 35 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen stammen. Eine davon stellen Windparks dar.

Rund 22.300 Windräder drehen sich bereits heute in Deutschland. Bis 2020 sollen noch einmal rund 7200 neue Rotortürme dazukommen. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Systemtechnik könnten allein die Windräder an Land jährlich rund zwei Drittel des deutschen Strombedarfs decken und damit die Atomenergie problemlos ersetzen. Weltweit würde Windenergie sogar ausreichen, um die Erde gleich fünfmal mit Strom zu versorgen. Ganze 72.000 Gigawatt könnten Windanlagen laut einer Studie der Universität Stanford an Land und in Küstennähe weltweit produzieren.

Es geht um nichts weniger als die Zukunft der deutschen Energie-Versorgung.

Investition mit Zukunft
So weit die Theorie. In der Praxis entpuppt sich die Energiewende als Baustelle, über die in Deutschland aktuell sehr leidenschaftlich und kontrovers diskutiert wird. Schließlich geht es um nichts weniger als die Zukunft der deutschen Energieversorgung. Strom muss bezahlbar bleiben – und die neue Infrastruktur will realisiert und finanziert werden. Allein der Ausbau des Hochspannungsnetzes soll mit rund 20 Milliarden Euro zu Buche schlagen – rund 4000 Kilometer neue Trassen sind notwendig, um Windstrom von Nord- und Ostsee nach Süddeutschland zu transportieren.

Die Allianz engagiert sich auf diesem Markt gleich doppelt: als Versicherer, der sich als professioneller Risikoträger aktiv in den Prozess des Risikomanagements einbringt. Und als Investor, der in den modernen und ertragreichen Windparks gute Renditemöglichkeiten sieht. Denn um die langfristigen Zinsgarantien gegenüber ihren Kunden zum Beispiel in der Lebensversicherung erwirtschaften zu können, sind Versicherer auf ausreichend ertragreiche und sichere Anlagemöglichkeiten angewiesen.

Der Bau eines Windparks ist ein logistisches Meisterstück.

Allianz Strom für eine Stadt wie Köln
Investitionen in Windenergieanlagen versprechen höhere Erträge als Bankanleihen oder Pfandbriefe. Über ihre Beteiligungssparte Allianz Capital Partners hat die Allianz seit 2005 mittlerweile rund 1,3 Milliarden Euro in Wind- und Solarparks gesteckt. Insgesamt werden aktuell 34 Wind- und sieben Solaranlagen in Deutschland, Frankreich und Italien mit einer Gesamtleistung von über 700 Megawatt verwaltet – das entspricht dem Strombedarf von fast 350.000 Haushalten und würde ausreichen, um eine Stadt wie Köln mit Strom zu versorgen.

Der eigentliche Zauber der Energiewende geht aber vom Meer aus: Mehr als 90 Windparks sind aktuell in der Nord- und Ostsee geplant. Denn Offshore-Windkraft ist als einzige regenerative Energiequelle in der Lage, konventionelle Großkraftwerke zu ersetzen und die Hälfte des deutschen Strombedarfs abzudecken. Beschauliche Inseln wie Borkum oder Amrum rücken so ins Zentrum des Geschehens. 26 Windparks sind bereits in der Nordsee genehmigt. Beim aktuell größten, BARD Offshore 1, ist die Allianz Deutschland seit Beginn als führender Versicherer dabei und am Risikomanagement beteiligt. 80 Anlagen auf 60 Quadratkilometern sollen sich bis 2013 im Nordsee-Sturm rund 90 Kilometer nordwestlich von Borkum drehen. 24 Anlagen sind bereits fertiggestellt. Sicherlich nicht die letzten, die sich drehen werden.